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Neulich saß ich in einem Café und beobachtete eine hochschwangere Frau in einem cremefarbenen Kaschmirset, die aussah, als hätte sie ihre Schwangerschaft direkt mit einem Pinterest-Board abgestimmt. Sie strich lächelnd über ihren Bauch, während ihr Partner vermutlich biodynamischen Himbeerblättertee bestellte und dabei aussah wie ein Mann, der freiwillig einen Podcast über bedürfnisorientierte Elternschaft hört.
Und ich dachte nur:
Was passiert eigentlich mit den Frauen, die sich nicht so fühlen?

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Die nicht strahlen. Die keine pastellfarbene Euphorie verspüren. Die nachts wachliegen und plötzlich Angst vor ihrem eigenen Leben bekommen.
Denn darüber spricht erstaunlich selten jemand. Über die Frauen, die schwanger werden — und statt Mutterglück erst einmal eine mittelschwere Identitätskrise entwickeln. Und vielleicht beginnt genau dort die eigentliche Wahrheit über das Mutterwerden. Nicht bei den Babybauchfotos. Sondern bei den Gedanken, die nachts auftauchen.
Früher dachte ich, Schwangerschaft würde sich romantischer anfühlen
Ich dachte immer, Schwangerschaft wäre emotional ungefähr so wie das Finale einer romantischen Komödie in Manhattan. Viel Licht. Viel Gefühl. Vielleicht ein leichtes Jazzpiano im Hintergrund. Man trägt plötzlich beige Strickkleider, bestellt entkoffeinierten Latte und schaut verträumt aus dem Fenster, während man innerlich mit seinem ungeborenen Kind kommuniziert.
Doch stattdessen sitzen viele Frauen nachts um halb zwei auf dem Sofa, essen salzige Cracker direkt aus der Packung und googeln Dinge wie „Warum freue ich mich nicht auf mein Baby?“ „Bin ich normal, wenn ich Angst habe Mutter zu werden?“
Und ehrlich gesagt spricht allein diese Google-Suche Bände. Denn niemand googelt so etwas leichtfertig. Hinter solchen Fragen steckt meistens keine Gefühlskälte. Sondern Angst. Schuld. Verunsicherung. Und häufig die panische Sorge, emotional bereits zu versagen, bevor das Kind überhaupt da ist.
Vielleicht ist genau das das Verrückteste an Schwangerschaft:
Dass Frauen gesellschaftlich darauf vorbereitet werden, Windeln zu wechseln — aber kaum darauf, was emotional eigentlich mit ihnen passiert.
Vielleicht haben wir gar nicht Angst vor dem Baby
Vielleicht haben wir Angst davor, was aus uns wird. Denn irgendwo zwischen Schwangerschafts-Apps, Hebammenempfehlungen und Menschen, die plötzlich ungefragt deine Bauchgröße kommentieren, beginnt langsam eine andere Frage aufzutauchen:
Wer bin ich eigentlich danach noch? Bleibe ich dieselbe Frau?
Oder werde ich irgendwann nur noch „Mama“?
Eine Freundin sagte neulich zu mir: „Ich habe Angst, dass ich mich selbst irgendwann nur noch in trockenen Shampoo-Resten und organisatorischen WhatsApp-Gruppen wiederfinde.“ Und ich verstand sofort, was sie meinte.
Denn Mutterschaft wird gesellschaftlich oft wie eine Erweiterung verkauft. Für viele Frauen fühlt sie sich anfangs aber eher wie ein kompletter Umbau an.
Das eigene Leben verschiebt sich plötzlich. Prioritäten verändern sich. Der Alltag verändert sich. Die Beziehung verändert sich. Der Körper verändert sich. Und manchmal verändert sich sogar die Art, wie andere Menschen einen ansehen.
Plötzlich sprechen Menschen nicht mehr mit dir wie mit einer Frau, sondern wie mit einer zukünftigen Mutter. Und das ist seltsam. Vor allem für Frauen, die ihr Leben bisher bewusst gestaltet haben. Frauen mit Freiheit. Mit Karriere. Mit Selbstständigkeit. Mit Identität.
Schwangerschaft bedeutet eben nicht nur, ein Kind zu bekommen.
Sie bedeutet auch, eine alte Version von sich selbst langsam loszulassen.

Niemand spricht ehrlich über die Trauer um das alte Leben
Und das Verrückte daran? Man kann sich auf ein Baby freuen — und gleichzeitig traurig darüber sein, dass ein alter Lebensabschnitt endet. Diese beiden Gefühle dürfen gleichzeitig existieren.
Auch wenn Instagram uns gerne etwas anderes erzählen möchte. Denn natürlich lieben viele Frauen ihre Kinder. Aber manchmal vermissen sie trotzdem:
- ihre Ruhe
- ihre Freiheit
- ihre Spontaneität
- ihren Körper
- ihre Beziehung wie sie vorher war
- das Gefühl, nur für sich selbst verantwortlich zu sein
Das macht niemand zu einer schlechten Mutter. Es ist nur ehrlich. Doch genau diese Ehrlichkeit fehlt oft.
Stattdessen entsteht der Eindruck, Schwangerschaft müsse automatisch der glücklichste Zustand des Lebens sein. Frauen sollen strahlen. Dankbar sein. Emotional erfüllt wirken. Und wenn sie das nicht tun, beginnen viele sofort an sich selbst zu zweifeln.
Fehlende Vorfreude ist viel normaler, als wir denken
Ich glaube, viele Frauen erwarten von sich eine Art sofortige emotionale Explosion.
Dieses magische:
„Sobald ich schwanger bin, werde ich automatisch glücklich.“
Doch Menschen funktionieren selten so. Manche Frauen fühlen sofort tiefe Verbindung. Andere brauchen Zeit. Manche reagieren zunächst mit Rückzug. Andere mit Angst. Wieder andere mit emotionaler Leere, weil ihr Nervensystem versucht, diese enorme Veränderung überhaupt erst zu verarbeiten.
Und trotzdem glauben viele sofort:
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
Dabei wäre die viel interessantere Frage vielleicht:
Warum erwarten wir eigentlich von Frauen, dass sie sofort perfekt emotional reagieren?
Niemand erwartet von einem Menschen, innerhalb eines einzigen Moments eine völlig neue Identität vollständig integriert zu haben.
Doch genau das erwarten viele Frauen von sich selbst, sobald sie schwanger sind.
Wenn Gedanken auftauchen, die man niemandem erzählen möchte
Es gibt Gedanken, die viele Frauen erschrecken.
Gedanken wie: „Was, wenn ich das alles nicht schaffe?“ „Was, wenn ich mein altes Leben vermisse?“ „Warum fühle ich nicht mehr Freude?“ „Warum habe ich eher Angst als Euphorie?“
Und dort beginnt der Zweifel. Denn diese Gedanken passen nicht zu dem Bild, das gesellschaftlich von Schwangerschaft existiert. Viele Frauen behalten sie deshalb für sich.
Sie funktionieren weiter. Lächeln weiter. Posten vielleicht sogar weiterhin schöne Bilder. Und fühlen sich innerlich trotzdem völlig verunsichert. Gerade deshalb kann es unglaublich entlastend sein, einen Raum zu haben, in dem solche Gedanken ausgesprochen werden dürfen, ohne sofort bewertet oder korrigiert zu werden.
Bei Metamorphosa begleitet Ursula Ellen Frauen genau in diesen emotionalen Übergängen. Nicht mit Druck oder oberflächlichen Durchhalteparolen. Sondern mit einem Raum für echte Gefühle, echte Ängste und ehrliche Gedanken.
Denn manchmal beginnt emotionale Stabilität genau dort, wo man aufhört, gegen sich selbst anzukämpfen.

Schwangerschaft ist manchmal weniger Glow – und mehr emotionaler Schleudergang
Es gibt Tage, an denen du dich verbunden fühlst. Und Tage, an denen du plötzlich heulst, weil dein Partner falsch geatmet hat oder weil eine fremde Frau im Supermarkt ungefragt deinen Bauch angefasst hat und du kurz darüber nachdenkst, nach Portugal auszuwandern und nie wieder zurückzukommen. Zu recht.
Vieles wäre leichter, wenn Frauen ehrlicher darüber sprechen dürften.
Nicht jede Schwangerschaft fühlt sich weichgezeichnet an. Sondern chaotisch. Intensiv. Überfordernd. Emotional widersprüchlich. Vor allem sensible Frauen erleben oft eine enorme innere Aktivierung. Alte Themen tauchen plötzlich wieder auf. Verlustängste. Kontrollthemen. Perfektionsdruck. Die eigene Kindheit. Bindungserfahrungen.
Und plötzlich merkt man: Es geht gar nicht nur um das Baby. Es geht auch darum, wer man selbst eigentlich ist. Bereit ist zu geben. Und gezwungen wird zu sein.
Krisen sind kein Zeichen von Schwäche
Sie sind ein Zeichen dafür, dass etwas Großes passiert. Mutterwerden ist nicht nur ein biologischer Vorgang. Du wirst mehr. Du bist nun du und dein Kind. Die Aufgaben, Erwartungen und der neue Lebensabschnitt mit und um deine neue Familie.
Ein kleiner Identitätswechsel, der auch bei aller Vorfreude plötzlich viel vehementer ist als vorgestellt.
Vielleicht versuchen viele Frauen deshalb so verzweifelt, „alles richtig“ zu machen. Die perfekte Geburt. Die perfekte Vorbereitung. Die perfekte Ernährung. Die perfekte mentale Einstellung. Kontrolle verspricht Sicherheit. Doch Schwangerschaft entzieht sich geplanter Kontrolle. Und genau das kann Angst machen. Vor allem Frauen, die sonst stark funktionieren und ihr Leben gut organisiert haben.
Die Wahrheit ist: Viele Frauen fühlen sich heimlich überfordert
Nur spricht kaum jemand darüber. Überforderung passt nicht zum modernen Bild der entspannten, stilvollen Frau, die gleichzeitig erfolgreich, attraktiv, emotional ausgeglichen und perfekt vorbereitet Mutter wird.
Dabei ist genau dieses Bild oft vollkommen unrealistisch. Viele Frauen fühlen sich erschöpft, noch bevor das Baby überhaupt da ist. Nicht nur körperlich. Sondern mental.
Weil sie versuchen, gleichzeitig glücklich, dankbar, organisiert und angstfrei zu sein. Die Erwartungen des Umfelds kommen noch dazu. Schwangerschaft wäre emotional leichter, wenn Frauen nicht permanent versuchen müssten, die perfekte Version davon darzustellen.

Mentale Begleitung bedeutet nicht, „kaputt“ zu sein
Das ist ein unglaublich wichtiger Punkt. Nicht erst Hilfe suchen, wenn es kaum noch geht. Wenn die Angst zu groß wird. Wenn die Überforderung eskaliert.
Eine mentale Begleitung bedeutet diese wundervolle Zeit in deiner vollen Achtsamkeit zu erfahren und so stark wie möglich auch mental in die Mutterschaft zu gehen.
Nicht alles alleine tragen zu müssen. Gerade in einer Lebensphase, die emotional so tiefgreifend ist wie Schwangerschaft, kann es enorm entlastend sein, mit jemandem sprechen zu können, der nicht bewertet. Der versteht, dass widersprüchliche Gefühle menschlich sind.
Und dass Angst nicht automatisch bedeutet, dass man eine schlechte Mutter wird. Bei Metamorphosa begleite ich Frauen genau in diesen Übergängen. Feinfühlig. Emotional stabilisierend. Ohne Druck zur „perfekten Schwangerschaft“.
Sondern mit dem Verständnis, dass Mutterwerden nicht nur ein körperlicher Prozess ist — sondern auch ein emotionaler.
Das hier ist eine der ehrlichsten Phasen deines Lebens
Frauen, die hinterfragen, sind nicht kaputt. Sie sind wach.
Wach, um zu spüren, dass Mutterwerden nicht nur bedeutet, ein Babyzimmer einzurichten und winzige Strampler zu kaufen. Sondern dass sich gerade ein komplettes Leben verschiebt.
Und ehrlich? Natürlich macht das etwas mit einem.
Es wäre fast seltsamer, dabei überhaupt nichts zu fühlen.
Wir sind keine Maschinen, die automatisch in einen rosafarbenen Glückszustand wechseln, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist. Echte Frauen denken nach. Sie zweifeln. Sie haben manchmal Angst. Und trotzdem gehen sie weiter.
Das ist eine moderne, bewusste Form von Mutterschaft: Nicht perfekt zu sein. Sondern echt. Nicht still alles hinzunehmen. Sondern sich selbst dabei mitzunehmen.Eine Frau hört nicht auf, sie selbst zu sein, nur weil sie Mutter wird.
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du dich in diesen Gedanken wiedererkennst, wenn dich Ängste, Zweifel oder emotionale Überforderung in deiner Schwangerschaft begleiten, kann es unglaublich entlastend sein, darüber nicht nur nachzudenken — sondern wirklich begleitet zu werden.


Ursula Aellen – metamorphosa.ch
Bern – Umgebung
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